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News

02.04.2006 18:55 Alter: 3 Jahre

Rettungswagen sollen schneller werden

Rubrik: Info

Von: Ture Schönebeck

Innensenator reagiert auf Gutachten / Jedes fünfte Fahrzeug ist derzeit zu lange unterwegs

Wappen Land Bremen

Vorfahrt für den Rettungswagen - das gilt ab heute nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch bei der Disposition der Einsatzfahrzeuge. Weil die zuletzt nämlich länger als erlaubt für den Weg zum Patienten benötigten, hat das Innenressort reagiert und ab heute ein festes Kontingent für Nofallfahrten reserviert. Erhoffte Konsequenz: Die Rettungswagen kommen öfter als bislang innerhalb der gesetzlich festgeschriebenen Zehn-Minuten-Grenze an ihr Ziel.

 

Auslöser der Umstrukturierung ist ein im Januar in der Innendeputation vorgestelltes Gutachten, das bereits 2004 der damalige Innensenator Kuno Böse (CDU) und die Krankenkassen gemeinsam in Auftrag gegeben hatten. Quintessenz der Expertise: Die Zehn-Minuten-Grenze für Einsatzfahrten wird nicht nur bei den (erlaubten) fünf Prozent der Einsätze überschritten, sondern bei 20 Prozent.

 

Als wesentliche Ursache hatten die Gutachter das in Bremen etablierte so genannte Einheitssystem ausgemacht. Dabei wird nicht zwischen Rettungswagen (für den Notfall) und Krankenwagen (beispielsweise für Verlegungen) unterschieden, sondern auf den gesamten Fahrzeugpark zurückgegriffen. Nicht seltene Konsequenz: Bei einem Notruf sind alle Fahrzeuge unterwegs.

 

Die Gutachter empfahlen deshalb eine strickte Trennung - ab heute wird sie umgesetzt. Bis Ende September dauert die zunächst vereinbarte halbjährige Probephase, anschließend werden die Erfahrungen ausgewertet. Innensenator Thomas Röwekamp (CDU) gab sich zum Start optimistisch, dass das Problem durch die Umstellung gelöst wird: "Von dem neuen System versprechen sich alle Beteiligten ein schnelleres Eintreffen des Rettungswagens am Unglücksort."

Quelle: WESER-KURIER vom 01.04.2006