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Rettungswagen (RTW)
Die RTW der neuesten Generation sind seit 2007 bei der FEUERWEHR BREMEN im Einsatz. Sie entsprechen der europäischen Norm EN 1789 Teil C und sind in Shelter-Bauweise gefertigt worden. Die RTW werden von zwei Beamten besetzt, von denen mindestens einer die Qualifikation eines Rettungsassistenten haben muss. Der Zweite ist ein Rettungssanitäter, eine Grundqualifikation, die alle Beamten der BF bereits im Laufe ihrer 18-monatigen Grundausbildung vermittelt bekommen.
Ein besonderes Augenmerk wurde bei diesen Fahrzeugen auf die komfortable Handhabung und praxisgerechte Alltagstauglichkeit gelegt. Sie sind dazu mit einer Rückfahrkamera, einer Klimaanlage (Fahrer- und Patientenraum), einem Automatikgetriebe, sowie mit einem satellitengestützten Navigationssystem ausgestattet. Dies sind wichtige Details, wenn man bedenkt, dass diese Fahrzeuge oft für die gesamte Dienstschicht (12 Stunden) die Arbeitsplätze der Kollegen darstellen. Selbstverständlich kommen diese Vorzüge auch dem Patienten zugute, nicht nur im innerstädtischen Rettungsdienst, sondern auch im bundesweit stattfindenden Krankentransport (Ferntransport).
In 2006 wurde in Bremen die Erprobung eines neuen Rettungsdienstmodells, welches eine Umstruktuierung des Rettungsdienstes nach sich zog durchgeführt. Auslöser dieser Maßnahmen war ein im Januar 2006 in der Innendeputation vorgestelltes Gutachten in dem eine strickte Trennung zwischen Rettungseinsätzen und Krankentransporten empfohlen wurde, um die Eintreffzeiten der Rettungswagen zu verbessern. Jetzt wurde bekannt gegeben, dass sich die Hilfsfrist in der Stadtgemeinde Bremen wie schon in der Probephase abermals verbessert habe. Rettungswagen seien in Notfällen schneller am Unfallort als noch vor zwei Jahren; im Durchschnitt in etwa sechs Minuten, meistens sogar früher. Ausschlaggebend für die Qualitätsbeurteilung ist jedoch das von Bremen selbst gesteckte Schutzziel „P95“, das nun bei ca. 11 Minuten liege, d.h. 95% aller hilfsfristrelevanten Einsätze können innerhalb einer Frist von maximal etwa 11 Minuten bedient werden. Innerhalb einer Höchstfrist von 10 Minuten werden 90% aller Einsätze abgearbeitet. Damit habe sich die Hilfsfrist allein im ersten Quartal 2007 um nahezu zwei Minuten verbessert. Diese Ergebnisse zeigen, dass sich die Umstellung des Rettungsdienstsystems von der Mehrzweckfahrzeugstrategie auf ein differenziertes Verbundsystem – Trennung von Notfallrettung und Krankentransport bewährt hat. Um endgültig die gesetzliche Hilfsfrist von 10 Minuten zu erreichen, sollen weitere Maßnahmen ergriffen werden, wie etwa die Indienstnahme eines weiteren Notarzteinsatzfahrzeuges. Außerdem erfolgt der reine qualifizierte Krankentransport ab dem 1. Juli 2007 ausschließlich über private Krankentransportunternehmen, während sich der Rettungsdienst der Stadtgemeinde Bremen auf die Notversorgung konzentriert.
Zur Gebietsabdeckung sind Rettungswagen auf den 6 Bremer Feuerwachen und den Standorten der beteiligten Hilfsorganisationen (ASB, DRK, MHD) über das stadtbremische Gebiet verteilt. Im gestaffelten Dienstplan können je nach Tageszeit in Bremen bis zu 21 Rettungswagen, 5 Notarzteinsatzfahrzeuge, und 2 Rettungshubschrauber eingesetzt werden.
Bei der Feuerwehr Bremen werden auf der Feuerwache 1 drei RTW ( einer 24 h, 2 Reserve), auf der Feuerwache 2 drei RTW (einer 12 h, zwei Reserve), auf der Feuerwache 3 ein 24 h RTW, auf der Feuerwache 4 ein 12 h RTW, auf der Feuerwache 5 zwei RTW (einer 24h, einer Reserve) und auf der Feuerwache 6 zwei Reserve RTW einsatzbereit vorgehalten. Hinzu kommt ein Großraumkrankentransportwagen (GKTW) und einen Gerätekoffer-Rettung (GK-Rett) . Die Reserve RTW der FEUERWEHR BREMEN werden von den Löschzügen bei Bedarf zur "Spitzenabdeckung" in Dienst gestellt.
Die Alarmierung erfolgt durch die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle (FRLSt) in der Regel durch Funkmeldeempfänger. Hier werden die Notrufe entgegengenommen und entschieden, welche Fahrzeuge (RTW oder auch NEF) mit welcher Dringlichkeit (Alarmfahrt?) ausrücken. Die Ausstattung der RTW entspricht den momentan bundesweit üblichen medizinischen Standards. Als Defibrillator wird der "Corpuls 08/16" eingesetzt. Er kann im halbautomatischen oder manuellen Modus betrieben werden und ermöglicht so eine Frühdefibrillation im Rahmen einer Mega-Code-basierten Reanimation. EKG-Ableitungen können sowohl 4- als auch 12-kanalig geschrieben werden, die Sauerstoffsättigung des Blutes (SPO2) und nichtinvasive Blutdruckmessung (NIBP) gehören ebenfalls zur Ausstattung. Patienten, deren Herzaktionen unregelmäßig oder unzureichend auftreten, können mit einem externen Herzschrittmacher versorgt werden. Der "Oxilog 1000" wird als Beatmungsgerät mitgeführt und ermöglicht die maschinelle Beatmung eines bewußtlosen Patienten.
Rund 40 ausgewählte Notfallmedikamente bilden den Grundstock der pharmakologischen Therapie. Bis auf wenige Ausnahmen dürfen diese nur auf Anweisung des Arztes (wenn NEF vor Ort) verabreicht werden, wenngleich sie trotzdem in ihren Wirkungsweisen vom Rettungsdienstpersonal sicher beherrscht werden müssen. Für die Arbeit vor Ort stehen den Einsatzkräften noch jeweils ein Kreislauf-, Atmungs- und ein Kindernotfallkoffer zur Verfügung.
Technische Daten
| Fahrgestell | DaimlerChrysler Sprinter 415CDi |
|---|---|
| Aufbau | FahrTek Koffer |
| Leistung | 110kW |
| Hubraum | 2148 ccm |
| Gesamtlänge | 6530mm |
| Gesamtbreite | 2150mm |
| Gesamthöhe | 2910mm |
| Leergewicht | 4020KG |
| zul. Gesamtgewicht | 5000KG |















