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Vor dem Ertrinken gerettet
[Aus "Polizei-Sport" von 1938, vermutlich ein Mitteilungsorgan der Polizei-Sportvereine der damaligenZeit]
Vor dem Ertrinken gerettet!
Eine mutige Tat vollbrachte am 19. Oktober 1938 unser Kamerad Brandmeister Karl Heder. Mit den Worten: "Im Stadtgraben ertrinkt eine Frau, wollen Sie nicht mal eben herkommen" trat ein junger Mann an Kamerad Heder, welcher sich zu einem Dienstgang anschickte, heran. Kurz entschlossen sauste Karl Heder im 100 m Tempo zu dem bezeichneten Ort und fand auch eine Frau mitten auf dem Stadtgraben treibend vor. Äußerste Eile schien geboten, denn die Frau bewegte sich nicht mehr, lediglich die Kleider hielten den Körper noch soeben über Wasser. Ohne sich lange zu besinnen, sprang Kamerad Heder in den Stadtgraben und mit vieler Mühe gelang ihm, die Person aus dem verschlickten Graben herauszuholen und die steile Böschung hinauf an Land zu bringen. Aber nicht genug damit musste unser Kamerad, da keine ausreichende Hilfe zur Stelle war, in seinem erschöpften Zustand und völlig durchnässtem Zeug sofort mit Wiederbelebungsversuchen beginnen.
Dank seines selbstlosen Einsatzes ist die Frau, welche bereits bewusstlos war, dem Leben zurückgegeben. An sich erfordert es schon unser Beruf, sich für seinen Nächsten einzusetzen und sollte man nicht viel Aufheben von dieser Angelegenheit machen. Dieser Fall ist es aber wert, besonders gewürdigt zu werden, denn Kamerad Heder ist auf Grund eines schweren Nierenleidens aus dem aktiven Dienst herausgezogen und außerdem nur ein Schwimmer mit "unter mittelmäßigen" Können. Zieht man die Temperatur des Wassers (es waren 7-8 Grad), die kalte Luft und die Verschlickung des Grabens hinzu, dann kann man ungefähr ermessen, dass diese Tat, von nur einem Mann ausgeführt, auch vom sportlichen Standpunkt betrachtet, eine überragende war. Auch an dieser Stelle sei unserem Karl eine besondere Anerkennung gezollt.





