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Der Westen brennt

Der schwerste Luftangriff, den die Stadt Bremen erlebte, war der 132 Angriff in der Nacht zum 19. August 1944. Rund 500 Bomber werfen 68 Minenbomben, 2323 Spreng-, 10800 Phosphor- und 108000 Stabbrandbomben. Betroffen werden vornehmlich die "Steffensstadt", der südliche und nördliche Stadtteil, das Hafengebiet und der Westen unserer Stadt (bis zum Waller Ring).

 Durch den Angriff gehen rund 25 000 Wohnungen verloren. Total zerstört wurden 8248 Wohngebäude, 34 öffentliche Gebäude, 80 Wirtschaftsgebäude, 37 industrielle Gebäude. Ferner mehrere Kirchen, Hotels und Lichtspieltheater. Auch die Feuerwache 1 Am Wandrahm wird in dieser Nacht betroffen:Die Dienstwohnung des Kommandeurs der Feuerschutzpolizei, Oberstleutnant Anders, brennt total aus und die Bekleidungskammer im 1. Obergeschoß.

In dieser Nacht starben 1054 Personen, 72 werden schwer- und 677 leichtverletzt. Die Zahl der Obdachlosen betrug aus dieser Nacht 49100 Personen. Von der Feuerwehr Bremen werden allein in dieser Nacht 28 Feuerwehrmänner im Einsatz verletzt. Dazu hatten viele Männer durch Rauch, Funkenflug und Flammen Augenentzündungen erlitten. Nach den vorhandenen Unterlagen wurden 96 B-Rohre und 517 C-Rohre eingesetzt. Neben den Löscharbeiten war die erste Sorge die Menschen zu retten. In dem Bericht Nr. 27 des Löschzuges "West" 2, der in der Zeit von 00.22 Uhr bis zum anderen Tage 14.35 Uhr im Einsatz war, heißt es bei einem Einsatz in der Zwinglistraße 1-18 und Hochbunker: … „Totalschaden - Die Hauptaufgabe war, ca. 2000 Menschen, welche sich im Hochbunker, der ringsum vom Feuer umgeben war, befanden, zu retten. Es gelang dem Löschzug diese Aufgabe restlos zu lösen“… In dem Bericht Nr. 16 des LF 8/111, Gröpelinger Deich 14 von 04.00 Uhr bis 08.30 Uhr: …“Das niedergebrannte und zerstörte 1-Familienhaus wurde abgelöscht und die im Keller befindlichen Menschen tot geborgen (6 Leichen)".

Viele Stunden haben die Menschen verzweifelt im Flammenmeer bei glühender Hitze ausgehalten, obwohl die Flammen aus dem Straßenpflaster schlugen und flüssiger Teer im Rinnstein waberte. Dennoch hatte keiner dieser Menschen die Hoffnung auf Rettung aufgegeben.