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Historie der FEUERWEHR BREMEN

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Holzhäuser und Fachwerkbauten – das war Bremen in alter Zeit. Nur der Dom war aus Bruchsteinen und Findlingen erbaut. Für die Bürger gab es daher kaum einen größeren Schrecken als die Hiobsbotschaft „Feuer!“. Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts wurde nur mit Wassereimern gelöscht, dann erst wurden Pumpwerke an den Brunnen und kleine Handspritzen „modern“. Erst 1624 entstand die erste gedruckte „Bremische-Feuer-Ordnung“.

Elfmal brannte die Hansestadt zwischen 913 und 1754 fast vollkommen nieder. Erst 1872 wurde vom Senat das Gesetz zur Verhütung von Feuersgefahr erlassen. Packhausbrände waren dazu – wie auch später zur Gründung der Berufsfeuerwehr – der Hauptanlass.

Die Organisation des Feuerlöschwesens war in alter Zeit in allen größeren Städten gleich. Die alten Brandschutzordnungen bestimmten, dass jeder Bürger verpflichtet war, mit seinen Knechten und den „starken Megede“ (Mägde) auf der Brandstelle Hilfe zu leisten und die Gespannhalter ihre Gespanne, die Handwerker zum Teil auch Werkzeuge mitzubringen hatten. Eine Wasserspritze wird erstmals bei einem Dombrand im Jahre 1656 erwähnt. In der Brandordnung 1716 kommt erstmalig eine kleine „Schlangen-Spritze“ vor. Die Leitung der Löschmaßnahmen hatten damals noch die Stadtväter.

 

Erst die „Brandordnung von 1818“ brachte eine Neuordnung des Feuerlöschwesens. Am 17. September 1818 erließ der Senat der Freien Hansestadt Bremen die durch Rats- und Bürgerbeschluss am 26. August 1818 beschlossene „Brandordnung“ als den Vorläufer des heutigen „Gesetzes über den Feuerschutz im Lande Bremen vom 18. Juli 1950“ ansehen.

 Als mehrere Großbrände in den Jahren 1860 bis 1868 erheblichen Schaden verursachten, wurde aus Empfehlung der „Deputation für die städtischen Löschanstalten“ im Mai 1869 die Errichtung einer Berufsfeuerwehr, die über eine ständig besetzte Wache verfügen sollte, vorgeschlagen. Gleichzeitig sprach die Deputation sich für die elektrischen Fernmeldesystems (Telegraphie) und den Bau einer Wasserleitung aus. Der Senat der Freien Hansestadt Bremen erklärte sich mit diesen Vorschlägen einverstanden und brachte sie am 25. Juli 1869 der Bürgerschaft zur Kenntnis, die ihre Zustimmung gab.

Der 11.Mai 1870 gilt als Gründungstag der Bremer Berufsfeuerwehr.

An diesem Tage wurde die von der alten Löschmannschaft besetzte Feuerwache in der Königstraße 2, gegenüber dem Landherrnamt, von der Berufsfeuerwehr verstärkt. Es wurde fleißig exerziert, die Ausbildung der neuen Mannschaften eifrig betrieben und der Feuerlöschdienst von der Berufsfeuerwehr übernommen.

Vorher konnte für den Aufbau und die spätere Leitung der Berufsfeuerwehr nach eingehenden Verhandlungen, in denen die Grundsätze und die Handhabung des Dienstes festgelegt wurden, der Branddirektor Hugo Richard Schumann aus Danzig gewonnen werden. Branddirektor Schumanntraf am 2. Februar 1870 in Bremen ein und brachte einen ausgebildeten Stamm von drei Oberfeuerleuten und zwölf Feuerleuten aus Danzig mit. Zur Unterstützung des Branddirektors stellte man den Brandmeister Brüllow an, der, um möglichst viele Erfahrungen zu sammeln, für drei Monate nach Berlin geschickt wurde, wo auch Schumann eine Zeitlang gewirkt hatte. Anschließend hatte Schumann die Danziger Feuerwehr aufgebaut und sieben Jahre geleitet. Bremen holte sich also für die Einrichtung seiner Berufsfeuerwehr einen erfahrenen Mann.

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Es fehlte allerdings ein brauchbares Wachgebäude. Das musste erst gebaut werden. Auch neue Fahrzeuge und Geräte waren notwendig. Die aus Danzig kommenden Feuerleute wurden daher beim Bau einer neuen Feuerwache eingesetzt (der heutigen Feuerwache 1 – Hauptwache – Am Wandrahm 24). Als der Bau der Feuerwache so weit fortgeschritten war, dass er zum Teil benutzt werden konnte, wurden am 01. Mai 1870 70 Mann eingestellt.

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Während der Berufsfeuerwehr im Aufbau begriffen war, traf Bremen nach dreieinhalb Wochen, am zweiten Pfingsttage, am 06. Juni 1870, ein schweres Brandunglück, das der Feuersbrunst 1868 an Verheerung nicht nachstand. In unglaublich kurzer Zeit wurden 12 Packhäuser und über 20 Wohnhäuser an der Häschenstraße, Grünenstraße und am Deich durch Flammen zerstört. Löschmannschaften aus der Umgebung, vom Buntentorsteinweg, von Woltmershausen, Hastedt und Vegesack, leisteten bei der Brandbekämpfung wertvolle Hilfe. Von Bremerhaven traf ein Löschcorps mit 150 Mann und einer Spritze ein, auch sie trat mit großer Energie in Funktion. Die in der Organisation begriffene Berufsfeuerwehr konnte noch nicht tätig eingreifen.

 In einem Proclam vom 11. Juni 1870 sprach der Senat allen an der Brandbekämpfung beteiligten seine dankbare Anerkennung öffentlich aus. Das Brandunglück vom 06. Juni 1870 war dennoch Gegenstand längerer Diskussionen in der Sitzung der Bremischen Bürgerschaft am 15. Juni 1870. Es wurden insbesondere die unzureichende Wasserversorgung, die Organisation und das Meldesystem von den Abgeordneten kritisiert.

 Der Abgeordnete H. M. Hauschild übte Kritik an der persönlichen Ausrüstung der Feuerleute:

 „Man gibt Leuten Helme und rüstet sie mit Beilen aus, gleich Tomahawks der Indianer. Das mag in monarchischen Staaten für die Disziplin notwendig sein, in unsrem republikanischen Gemeinwesen passt es nicht, Leute in dieser Weise vor anderen Bürgern kenntlich zu machen (Unruhe). Man hat bei einem Eingreifen der neuen Feuerwehr bei Gelegenheit des letzten Brandes Konflikte mit der jetzigen Löschmannschaft befürchtet und richte ich die Frage an die Deputation, ob wirklich die neue Feuerwehr müßiger Zuschauer bei dem Brande war, während doch schon jeder Bürger, so viel er kann, die Pflicht fühlen muss, zu helfen und zu retten, wenn sein Nachbar in Not ist. Wenn etwa die Abneigung gegen Fremde als Grund angenommen wird, so müsste doch die Deputation den Einfluss haben, diesen Ehrgeiz bei den Leuten zu unterdrücken.“

 In einer Bekanntmachung Nr. 56 der Löschdeputation über die Verlegung der provisorischen Feuerwache vom 15. August 1870 heißt es unter anderem:

 Von Dienstag, den 16. D. Mts., Nachmittags 06 Uhr an, wird die provisorische Feuerwache von der Königstraße nach der Zentralwache der Feuerwehr, an der kleinen Helle, verlegt werden und daselbst ununterbrochen bei Tag und Nacht Mannschaften mit Löschgerät in Dienstbereitschaft sein.

 Der Ausbruch eines Feuers ist daselbst mit tunlicher Beschleunigung anzumelden. Die Meldung kann auch in folgenden Polizeibüros und Nachtwachlokalen geschehen.

 I. Am Steintor (Ostertorsteinweg 1)

II. an der Schleifmühle (im vormaligen Einnehmerhaus).

 Für die erste Anzeige von einem ausgebrochenen Feuer wird eine Belohnung von einem Thaler bezahlt.

 Bis auf Weiteres bleibt neben der provisorisch aufgestellten Feuerwache das Löschcorps in seiner bisherigen Einrichtung bestehen.

Der gesamte Feuerlöschdienst wurde von der Berufsfeuerwehr übernommen, die ständige Feuerwache in der Königstraße aufgelöst, das bestehende Brand-Lösch-Corps am 15. Oktober aufgehoben und dafür ein Reserve-Lösch-Corps aufgestellt, welches dem Dienstreglement der Berufsfeuerwehr unterstellt wurde. Und die Männer wurden fortan für ihre Tätigkeit besoldet.

In der Folgenden Zeit erließ der Senat eine Reihe von Verordnungen die Brandlöschanstalten betreffend, sowie zur Ausführung der Brandlöschordnung für die Stadt Bremen. Auch die Löschdeputation gab einige Bekanntmachungen heraus, die sich unter anderem mit der Bezahlung von zusätzlichen Arbeitskräften befassten. In einer Bekanntmachung heißt es zum Beispiel:

 …“Das die Branddirektion, wenn die Mannschaft in Brandunfällen nicht ausreicht, ermächtigt ist, geeignete Personen provisorisch als Arbeiter anzunehmen. Die 10 zuerst bei einem Brande angenommenen Arbeiter anzunehmen erhalten 18 Tahler, die später angenommenen Arbeiter 12 Thaler für einstündige Arbeit. Entsprechende Anweisungen sind während des Löschdienstes offen an der Kopfbedeckung zutragen“…

Weiter Bekanntmachungen befassten sich mit dem Eintritt in das Reserve-Löschcorps sowie mit der Auflösung des Brand-Lösch-Corps.

 Die alte Feuerwehr, das Brand-Lösch-Corps, hatte zum Schluss bestanden aus 6 Offizieren, 45 Oberbrandmännern, 592 Brandmännern und 3 Aufsehern, zusammen also 646 Mann. Das neue Reserve-Löschcorps bestand aus 1 Spritzenmeister, 11 Oberbrandmännern, 189 Brandmännern und 1 Boten, zusammen 202 Mann.

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